| Fußball-WM 2010: Deutschland
verteidigt Platz 3 Stolz auf Jogis Jungs |
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Was für Bedenken waren im Vorfeld
der WM 2010 in Südafrika laut geworden: Werden |
Die Vuvuzuelas dominierten nicht nur beim Public Viewing in Rainers "Osteria" am Westerländer Campingplatz |
Die WM-Analyse 2010 fällt relativ einfach aus. Das sportliche Niveau ließ
durchaus zu wünschen übrig, für die positiven Ausritte sorgte - neben dem
neuen Weltmeister Spanien - ausgerechnet die deutsche Mannschaft.
Die - in der Höhe zumindest - historischen Erfolge gegen die
Fußball-Großmächte England und Argentinien bleiben unvergessen.
Genau wie viele trostlose Auseinandersetzungen |
Drei superschicke Girls strahlten um die Wette. 90 Millionen Brasilianer waren bei dem Spiel Deutschland Argentinien auf unserer Seite |
Mit Spanien hat es einen verdienten Sieger gegeben, Holland wurde ebenso
verdient Vize-Weltmeister. Enttäuschend verlief die WM für die Finalisten der
vorhergehenden Titelkämpfe: Sowohl Titelverteidiger Italien wie auch Vize Frankreich mussten nach teilweise desaströsen Leistungen bereits nach der Vorrunde abreisen, Dauer-Favorit Brasilien nur wenig später, Mit-Favorit Argentinien scheiterte bekannter Maßen auch frühzeitig. Deutschland verteidigte durch einen 3:2-Erfolg gegen Uruguay den schon 2006 errungenen Platz 3. |
Einer geht noch, einer geht noch rein ...Vor Begeisterung beim 1:0 gegen England tobte das Entrée beim Public Viewing am Westerländer Bahnhof |
Wenn außerdem etwas
in Erinnerung bleibt von dieser Weltmeisterschaft, sind es die
Vuvuzelas. In negativer Hinsicht natürlich, denn der gleichförmige
Krach der Tröten verdeckte die „gewohnten“ Stadion-Geräusche wie das Anfeuern der Mannschaften, die Schlachtenbummler-Gesänge, die Enttäuschungs Seufzer, eigentlich alles, was den Fußball-Sport außerhalb des grünen Rasens so attraktiv gemacht hat. Auch die lauen Auftritte der vor der WM hoch gehandelten Superstars wie Christiano Ronaldo, Wayne Rooney oder Lionel Messi werden zu bewerten sein. Natürlich auch die vielen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter-Zunft, von denen der Oberherr Fifa natürlich nichts wissen will. Und es war die torärmste WM aller Zeiten! Gleichwohl haben aber auch bei dieser WM die positiven Eindrücke überwogen. Die stets tanzwütigen Afrikaner, die das schnelle Aus „ihrer“ Teams zügig überwinden konnten, die überaus freundliche Aufnahme aller Gäste aus fünf Kontinenten, vor allem aber das beispielhafte Auftreten der deutschen National-Elf. Die neu erfundene Leichtigkeit, mit der „schland o schland“ in bester Brasilien-Manier die Großkaliber England und Argentinien förmlich vom Platz fegte, Hunderttausende von jubelnden Schwarz-Rot-Goldenen auf den Fan-Meilen von München bis Hamburg, ein friedliches Miteinander länderübergreifend – toll. „Die Deutschen sind der eigentliche Weltmeister, zumindest, wenn es um das Feiern geht“ meinte ein Fan, und traf ins Schwarze. |
Ein kleiner Wermutstropfen: Das Spiel gegen England sollte nach der Siegerehrung des Kitesurf World Cups auf Großbild Leinwand zum Public Viewing gerüstet werden. Das wurde jedoch am gleichen Tag abgesagt! Schade, meinten unsere Fans. |
Kleine Nickligkeiten
wie der Streit um die Kapitäns-Binde, das „Rum-Geeiere“ um eine
Fortsetzung der Trainer Tätigkeit von Joachim „Jogi“ Löw (O-Ton
ARD-Experte Waldemar Hartmann) können den Gesamteindruck nicht trüben. Ob es nun weiter geht mit dem verletzten Ex-Star Michael Ballack und mit „Jogi“, dem allseits beliebten „Vater“ der Nachwuchs-Truppe Deutschlands, wird schon bald kein Thema mehr sein. Was zurück bleiben könnte, ist das neue Bild der deutschen Nation, vorbereitet schon damals bei der hauseigenen WM im Jahre 2006: Wenn der deutsche Attachee in
London von einem „deutlichen Sympathie-Schub“ bei unserem |
wenn der neue Bundespräsident Christian Wulff „dankbar und stolz“ ist, dass diese Mannschaft „nicht miteinander, sondern füreinander“ gespielt habe und damit doch ein Vorbild für die Politik sei, und wenn dann noch eine kontinent-übergreifende Umfrage Deutschland als derzeit beliebtestes Land auf der Welt zum Ergebnis hat - dann, ja dann, kann man sich ja hier in „schland“ nur noch wohl fühlen.Trotz Sozial-Abbau, Kopf-Pauschale und Kriegs-Einsätzen. Zumindest wieder ab der nächsten WM, in Brasilien. Denn dann holen wir natürlich spätestens den Pokal. Und wen es jetzt noch interessiert: erstmals in 80 Jahren gewann eine europäische Mannschaft die höchste zu vergebende Trophäe bei einem Wettbewerb außerhalb europäischer Stadien. Nach Uruguay, Italien, Brasilien, Argentinien, England, Deutschland und Frankreich gesellt sich mit den Spaniern ein achtes Team zu der internationalen Kicker-Elite. In Deutschland wird – nach vielen Jahren – wieder „gemüllert“ (Thomas Müller wurde nicht nur WM-Torschützenkönig, sondern auch als bester Newcomer ausgezeichnet), die Erde ist auch weiterhin keine Scheibe, und die Vuvuzelas werden nicht zum internationalen Kultur-Gut erklärt werden. Und Deutschland ist unangefochten die Nummer 1 in der Welt, wenn es um das Erreichen des Halb-Finales bei einer WM geht. Ach ja, das wichtigste hätte ich fast vergessen: Die „Wembley-Tor-Diskussion“ wurde nach 44 Jahren beendet, durch ein nicht gegebenes Tor für die „Tommies“, das aber eines war. Manchmal dauert es eben ein wenig länger mit der Gerechtigkeit. Ereignisreiche vier Jahre, bis zum Wiedersehen in Rio de Janeiro 2014, wünscht allen Fußball-Anhängern und allen anderen VivaSylt-Fans euer Klaus Papenhausen |