| Wenn die Biiken lodern... Biikebrennen am 21. Februar 2010 „Tjen di Biiki ön“ |
Hoch lodern die Biiken in der Abenddämmerung... |
Das Biikebrennen am 21. Februar,
Nationalfeiertag aller Friesen, ist nach Ansicht des Sylter Chronisten, C.
P. Hansen, der älteste Volksbrauch auf der Insel.
Früher gingen in der Nacht vor dem Petritag Stroh und Strandgut in Flammen auf. Heute räumen die Sylter ihre Holzschuppen aus und verbrennen ihre ausgedienten Weihnachtsbäume. Weithin leuchtet dann in der Abenddämmerung der Feuerschein der mit Gestrüpp und Bäumen aufgehäuften Hügel, die auf den nordfriesischen Inseln und Halligen entzündet werden. Jeder Ort auf der Insel hat sein eigenes Biikefeuer. |
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Westerland startet der Westerländer Musikzug an der Nicolaikirche und
marschiert zum Biikehaufen im Süden Westerlands, direkt in den Dünen
beim Campingplatz,
wo das Feuer dann entzündet wird.
Das Wort 'Biiken' stammt von 'Baken' (Feuerzeichen). Die ersten Feuerzeichen leuchteten auf Sylt vor der Christianisierung zu Ehren des Germanen-Gottes Wodan. |
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Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das heidnische Ritual zum weltlichen Abschiedsfest für all jene Seefahrer, die zum Walfang nach Grönland und ins Eismeer aufbrachen. Vergeblich versuchte das NS-Regime in den 30er Jahren das Fest in seinem Sinne umzufunktionieren. 1934 sollte als Ausdruck des neuen Gemeinschaftsgeistes nur noch ein Feuer für die gesamte Insel brennen. Wegen Mangels an Beteiligung konnte man schon im nächsten Jahr zur alten Form zurückkehren. Im Februar 1946, im ersten Jahr nach Zusammenbruch des Dritten Reiches, brannten die Biiken in allen Inselorten heller und höher als je zuvor. |
Die Ansprachen der Inselbürgermeister/innen werden in friesisch und hochdeutsch gehalten Fotos(2): Mathias Niemz |
| Heute wird an den Feuern
in friesisch und hochdeutsch der Vergangenheit gedacht. Anschließend gibt es in
fast allen Restaurants und Gaststätten der Insel das traditionelle Grünkohlessen mit Kassler,
Schweinebacke und Kochwurst und lüttem Klaren.
Foto li.: Nicht nur die Tinmumer sind stolz auf ihre Biike, sie gilt als die größte der Insel. Alljährlich geht es wie in allen Inselorten, mit Spielmannszug und Feuerwehr zum traditionellen Friesenfest |
| Petritag am 22. Februar
Dem Biikebrennen folgt einen Tag später der Petritag. Einst beschlossen die Landvögte und Ratsmänner an den Gerichtsstätten auf heiligen Hügeln neue Gesetze und Erlässe, schlichteten rechtliche Streitigkeiten. Doch mit der Zeit rückten Festlichkeiten am Petritag mehr und mehr in den Vordergrund: Tanz für jung und alt, das ist noch immer gute Tradition. Dann wird in vielen Inselorten weitergefeiert mit Tanz und Schmausereien. |